#29 Die Magie der Musiktruhe

Nachdem der letzte Böllerrauch der Silvesternacht verflogen und das neue Jahr 1959 angebrochen war, zog die tiefste Winterruhe in die Eisenbahnsiedlung ein. Draußen knackte der Frost, während die Tage nur langsam länger wurden. Die Kälte hielt uns Kinder meist drinnen, doch langweilig wurde es hinter dem Kachelofen keineswegs. Deutschland befand sich mitten im Aufbruch des … Weiterlesen

#28 Das neue Jahr erwacht

An diesem letzten Tag des Jahres 1958 durfte ich abends etwas länger aufbleiben, aber nur etwas und bereits im Schlafanzug. Abmarschbereit, wie man zu sagen pflegte. Während ich später selig in meinem Kinderbett schlummerte, feierten meine Eltern Addy und Franz zusammen mit Tante Hannelore und Onkel Hubert in unserem Wohnzimmer den Silvesterabend, um gemeinsam in … Weiterlesen

#27 Familienbesuche

Die Heilige Nacht war für mich nur von kurzer Dauer. Am sehr frühen Morgen des ersten Feiertags begann für mich schon im Schlafanzug der Dienst auf meiner neuen Dampflok im Wohnzimmer. Der Zug stand abfahrbereit im Bahnhof, und alsbald setzte sich das kleine Gespann in Bewegung. Die winzigen Stirnlampen an der Lok schimmerten warm und … Weiterlesen

#26 Zauber des heiligen Abends

Nun waren sie alle geöffnet – alle dreiundzwanzig Türchen am Adventskalender über meinem Bett. Und heute, an diesem unvergleichlichen 24. Dezember 1958, war endlich das allerletzte, das vierundzwanzigste Tor an der Reihe: das große Doppeltürchen mit den zwei Flügeln aus festem Papier. Heute sollte sich entscheiden, ob sich mein allergrößter Weihnachtswunsch erfüllen würde. Es war … Weiterlesen

#25 Weihnachtszeit

Die Tage wurden unaufhaltsam kürzer, und eine spürbare Kälte legte sich über die Siedlung. Winter lag in der Luft. Die Weihnachtszeit stand vor der Tür, und in den Geschäften erweiterte sich das Warenangebot von Tag zu Tag um festliche Köstlichkeiten und Geschenke. In den großen Kaufhäusern der umliegenden Städte bot sich uns Kindern ein schier … Weiterlesen

#24 Sankt Martin

Die Tage wurden spürbar kürzer, die Dämmerung kroch nun jeden Nachmittag ein Stück früher über die Dächer der Eisenbahnsiedlung, und mit strammen Schritten gingen wir auf die Weihnachtszeit zu. In den kleinen Schaufenstern der Geschäfte tauchten nach und nach die ersten festlichen Süßigkeiten auf. Ein ganz besonderer Zauber ging jedoch von den Spielwarengeschäften aus: Bei … Weiterlesen

#23 Erntedank

Der Sommer neigte sich dem Ende zu und die Ernte war eingeholt. Auf den Feldern der Bauern rund um die Siedlung sowie in den akkurat abgesteckten Parzellen der Schrebergärten war Ruhe eingekehrt. Die Blätter an den Bäumen verloren langsam ihr saftiges Grün und verfärbten sich nach und nach in allen erdenklichen Tönen von leuchtendem Gelb … Weiterlesen

#22 Ausgesperrt

Im Sommer 1958 – ich war gerade fünf Jahre alt geworden – stand für mich die erste ganz große Reise bevor. Meine Eltern hatten nicht nur einen kleinen Koffer für mich gepackt, sondern auch mein geliebtes Rädchen dabei, als sie mich gemeinsam mit dem Zug zu Oma Anna nach Xanten in die Bahnhofstraße brachten. Zwei … Weiterlesen

#21 Neue Räder

Zu Hause lief das Leben in seinem gewohnten Takt. Vater hatte seine unregelmäßigen Dienstzeiten bei der Bahn, während Mutter sich liebevoll um den Haushalt und um mich sorgte. Wenn noch etwas Zeit übrig blieb, nähte und bügelte sie für andere Leute, um den ein oder anderen Groschen für die Haushaltskasse dazuzuverdienen. Von Tag zu Tag … Weiterlesen

#20 Anneliese und die Pommes

Unser Etappenziel in Moers hatten wir pünktlich erreicht und warteten dort nun auf die Linie 4/5 nach Kamp-Lintfort, die bald kommen sollte. Während ich noch neugierig einen an der Ecke stehenden, weiß gestrichenen Wagen auf vier Rädern – einen Verkaufswagen mit geschlossenen Läden – von oben bis unten untersuchte, um herauszufinden, was sich wohl dahinter … Weiterlesen