#11 Entdeckungen und Abschied

Tage, Wochen und Monate vergingen. Um mich herum drehte sich das Rad der Natur unaufhörlich weiter: Ich sah, wie die ersten zarten Blätter an den Bäumen wuchsen, im Sommer saftig grün im Wind tanzten, im Herbst bunt welkten und schließlich leise zur Erde fielen. Ich erlebte das Aufblühen der Blumen auf den Wiesen, spürte den … Weiterlesen

#10 Himmlische Wächter

Hatte mich der Anblick des kleinen Viktor in seiner glänzenden Rüstung auf den Straßen Xantens noch tief ins Staunen versetzt, so wartete das eigentliche Gefühl von absolutem Schutz und Geborgenheit zu Hause in der Scharnstraße auf mich. Was mir die Billekerls und ihr kleiner Patron draußen als großes, mächtiges Symbol für die ganze Stadt vorlebten, … Weiterlesen

#9 Ein Sommer voller Wunder

Der Sommer 1954 sollte als eine Zeit in die Geschichte eingehen, in der die Menschen im ganzen Land nach den langen, dunklen Jahren wieder wagten, gemeinsam zu jubeln und zu träumen. Es war das Jahr, in dem das „Wunder von Bern“ Deutschland wie ein Paukenschlag aus der Nachkriegslethargie riss und ein ganz neues Wir-Gefühl entfachte. … Weiterlesen

#8 Ein neues Nest voller Wärme

Der unbarmherzige Winter unterm Ziegeldach und meine doppelte Lungenentzündung hatten den Eltern eines unmissverständlich vor Augen geführt: Ein Verbleib im kalten, feuchten „Taubenschlag“ war für ein kleines Kind schlichtweg zu gefährlich. Eine neue Wohnung musste her, und zwar so schnell wie möglich. Nach wochenlangem Herumhorchen, intensivem Suchen und der tatkräftigen Mithilfe von Freunden und Bekannten … Weiterlesen

#7 Ein Schreck fürs Leben

Die Wochen vergingen wie im Flug, und der Sommer 1953 tat uns allen unendlich gut. Schritt für Schritt, wenn auch mühsam, besserten sich die Zeiten. Es ging spürbar aufwärts im Land, und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung zogen auch neue Hoffnung und unverfälschte Lebensfreude in unseren „Taubenschlag“ ein. Die junge Familie war voller Stolz auf ihr … Weiterlesen

#6 Unter dem einen Turm

Am Tag der Taufe lag eine feierliche, fast andächtige Nervosität in der Luft. Die Verwandtschaft kam in ihren besten Sonntagsanzügen und Kleidern an, die Hüte der Omas und Tanten saßen akkurat, und selbst der herbe Geruch von Opas Zigarrentabak schien an diesem Morgen einer feinen Note von Kölnisch Wasser zu weichen. Mittendrin standen meine beiden … Weiterlesen

#5 Ein Fest kündigt sich an

Als Schauplatz für meinen feierlichen Einzug in die Kirchengemeinschaft hatte man sich keinen geringeren Ort ausgesucht als den altehrwürdig aufragenden Xantener Dom St. Viktor – jene gewaltige Kulisse, in der sich meine Eltern schon das Ja-Wort gegeben hatten. Die Vorbereitungen für diesen Tag glichen allerdings einer logistischen Meisterleistung. Alles musste streng auf den unerbittlichen Schichtdienst … Weiterlesen

#4 Wie das Leben seinen Takt fand

Der Feiertag war vorüber, und mit ihm wich die erste, atemlose Aufregung der Geburt. Nun begann der Alltag in unserer kleinen Dachgeschosswohnung – unserem „Taubenschlag“, wie die Nachbarn das lebhafte Reich unter den Schrägen tauften. Erinnern kann ich mich an diese ersten Tage meines Lebens natürlich nicht; ich habe wohl das meiste einfach verschlafen. Aber … Weiterlesen

#3 Schienen zum Glück

Als am Nachmittag der erste große Ansturm der Gratulanten nachließ und in der kleinen Dachgeschosswohnung für einen Moment wieder eine tiefe Stille einkehrte, standen die frischgebackenen Eltern unter den Schrägen ihres kleinen Reichs. Draußen füllte der Klang der Domglocken die Straßen von Xanten, drinnen lächelten Addy und Franz voller Liebe ihr neugeborenes Kind an. In … Weiterlesen

#2 Ein volles Dachgeschoss

Die Freude in der kleinen Küche war grenzenlos. Wo eben noch angespannte Erwartung geherrscht hatte, breitete sich nun eine tiefe, warme Erleichterung aus. Alles war gut gegangen. Die Hebamme packte zufrieden ihre Taschen, der junge Lokführer stand mit feuchten Augen da, und meine Mutter hielt erschöpft, aber glücklich ihr erstes Kind im Arm. Sie war … Weiterlesen