#23 Erntedank

Der Sommer neigte sich dem Ende zu und die Ernte war eingeholt. Auf den Feldern der Bauern rund um die Siedlung sowie in den akkurat abgesteckten Parzellen der Schrebergärten war Ruhe eingekehrt. Die Blätter an den Bäumen verloren langsam ihr saftiges Grün und verfärbten sich nach und nach in allen erdenklichen Tönen von leuchtendem Gelb … Weiterlesen

#22 Ausgesperrt

Im Sommer 1958 – ich war gerade fünf Jahre alt geworden – stand für mich die erste ganz große Reise bevor. Meine Eltern hatten nicht nur einen kleinen Koffer für mich gepackt, sondern auch mein geliebtes Rädchen dabei, als sie mich gemeinsam mit dem Zug zu Oma Anna nach Xanten in die Bahnhofstraße brachten. Zwei … Weiterlesen

#21 Neue Räder

Zu Hause lief das Leben in seinem gewohnten Takt. Vater hatte seine unregelmäßigen Dienstzeiten bei der Bahn, während Mutter sich liebevoll um den Haushalt und um mich sorgte. Wenn noch etwas Zeit übrig blieb, nähte und bügelte sie für andere Leute, um den ein oder anderen Groschen für die Haushaltskasse dazuzuverdienen. Von Tag zu Tag … Weiterlesen

#20 Anneliese und die Pommes

Unser Etappenziel in Moers hatten wir pünktlich erreicht und warteten dort nun auf die Linie 4/5 nach Kamp-Lintfort, die bald kommen sollte. Während ich noch neugierig einen an der Ecke stehenden, weiß gestrichenen Wagen auf vier Rädern – einen Verkaufswagen mit geschlossenen Läden – von oben bis unten untersuchte, um herauszufinden, was sich wohl dahinter … Weiterlesen

#19 Tante Käthes Kuss

Obwohl man dem Niederrheiner nachsagt, er sei eher wortkarg und nicht besonders gesprächig, hatte sich die Kunde vom Besuch Oma Annas bei ihrer ältesten Tochter, dem Schwiegersohn und dem „lieben Jung“ auf geheimnisvolle Weise wie ein Lauffeuer in der Verwandtschaft herumgesprochen. So dauerte es nicht lange, bis sich der nächste Besuch ankündigte: Tante Käthe, Omas … Weiterlesen

#18 Omas Besuch

Trotz all der Abenteuer in der neuen Heimat war die Verwandtschaft in all dieser Zeit natürlich keineswegs vergessen. Oder besser gesagt: Sie hatte ihren Besuch angekündigt, per Briefpost. Ein Telefon war in den Häusern der Verwandten und bei uns damals noch gar nicht eingezogen – mit einer Ausnahme: Opa Fritz. Da er bei der Post … Weiterlesen

#17 Wege aus der Siedlung

Die Eisenbahnsiedlung lag zwar abseits, eingebettet zwischen Rheinhausen und Krefeld, aber abgeschnitten von der Welt waren wir keineswegs. Die Verkehrsanbindung war überraschend vielseitig. Da gab es zum einen den Oberleitungsbus, die O-Bus-Linie 2, die zwischen Neukirchen-Vluyn und unserer Siedlung fuhr, sowie die reguläre Buslinie 27 zwischen Krefeld und Rheinhausen-Hochemmerich Markt, die von der NIAG und … Weiterlesen

#16 Kinderspiele

So schön es im Kindergarten auch war – zu Hause war es mindestens ebenso wunderbar. Wir Kinder spielten ja nicht nur in der Einrichtung zusammen, sondern vor allem draußen: vor dem Haus, auf den Gehwegen, auf den damals noch kaum befahrenen Straßen, hinter dem Haus und in den weitläufigen Grünanlagen. Im Sandkasten wurden mit bunten … Weiterlesen

#15 Holzklötze und ein Pflaster

Wenn ich morgens durch die schlichte, weiß lackierte Holztür in den Kindergarten trat, in dessen Eingangshalle ein großes Holzkreuz hing, waren meist schon einige andere Kinder da, während die nächsten erst nach und nach eintrudelten. Zuerst hieß es: Jacken, Mützen und Schuhe ausziehen. Die eigene Kindergartentasche wurde abgelegt und alles an der langen Garderobe an … Weiterlesen

#14 Neue Gesichter

So wie ich nach und nach die Straßen, die Verstecke und die Orte späterer Abenteuer entdeckte, so lernte ich mit der Zeit auch die Menschen in meiner neuen Heimat kennen. Die Eisenbahnsiedlung füllte sich für mich mit Gesichtern, Geschichten und Vertrautheit. Das begann schon in unserem eigenen Haus: In der Wohnung über uns lebten Tante … Weiterlesen